

Die 1. Panzerdivision ist unmittelbar am Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan beteiligt. Dr. Manfred Sohn, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im niedersächsischen Landtag, betonte, dass er keinen Anlass für eine Jubelfeier der Bundeswehr sehe: „Ganz unerträglich finde ich, dass diese Veranstaltung genau zwischen den Jahrestagen der Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki stattfindet. Anscheinend hat die Bundeswehr hier keinerlei historisches Bewusstsein oder auch nur den Ansatz von Schamgefühl.“
Der hannoversche Ratsherr Luk List ergänzt: „Angesichts der Tatsache, dass eine Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen die Kriegsbeteiligung der Bundeswehr in Afghanistan eingestellt ist, sollte die Stadt Hannover sich an einer solchen Verherrlichung des Militärs nicht beteiligen.“
Teilnehmer der Aktion waren die niedersächsischen Landtagsabgeordneten Kreszentia Flauger, Dr. Manfred Sohn, Marianne König sowie die hannoverschen Ratsherren Luk List und Oliver Förste.



Mehr und mehr deutlich wird allerdings, dass der Wille der Bevölkerung anscheinend zunehmend die Regierungskreise in die Knie zwingt. Eine außerordentlich große Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bürger ist gegen diesen Angriffskrieg, der von deutschen Soldaten in Afghanistan geführt wird, zumal nicht, wie behauptet, das Ziel der Stabilisierung, sondern wirtschaftliche Interessen dahinter stecken. Immerhin diese Wahrheit kann nun dank Köhler nicht mehr länger verschleiert werden.
Möge die Bundesregierung den notwendigen Respekt dafür aufbringen, den Willen der Bevölkerung endlich anzuerkennen, die gegen das Völkerrecht verstoßenden Auslandseinsätze der Bundeswehr grundlegend zu überdenken und entsprechend konsequent im Interesse der deutschen und afghanischen Bevölkerung zu handeln. Horst Köhlers überraschender Rücktritt bietet einen passenden Anlass, auch die weit verbreitete Einstellung zur Regierungs- und Koalitionsfähigkeit der Linken in einem realistischeren Licht zu sehen. Immerhin ist sie die einzige Partei, die diesen Krieg von Anfang an abgelehnt und im Bundestag ihre Stimmen geschlossen verweigert hat, als deutsche Soldaten vom Parlament den Abmarschbefehl ins Ausland auferlegt bekamen.
Wünschenswert wäre es für politische Akteure und Repräsentanten, eigene Fehler einzugestehen und mutig den Versuch zu unternehmen, sie wiedergutzumachen. Kritischen Stimmen durch einen Rücktritt aus dem Weg zu gehen hilft leider weder Deutschland noch Afghanistan. Respekt ist denen geschuldet, die falsche Entscheidungen korrigieren.


Die Worte sind ein Skandal! Horst Köhler zeigt gegenüber dem Deutschlandradio auf, dass die Bundeswehr auch für die Wirtschaftsinteressen Deutschlands eingesetzt wird. Der Kampf gegen den Terror scheint nur vorgeschoben zu sein.
Weiterer Artikel unter:

Vorbemerkung: Die Strafanzeige gegen den Bundespräsidenten Horst Köhler, stützt sich allein auf ein Interview mit Chritopher Ricke (Deutschlandradio), indem Bundespräsident Horst Köhler den völkerrechtswidrigen Afghanistan-Krieg zur militärischen Verteidigung wirtschaftlicher Interessen erklärt hat. Diese Äußerung wurde inzwischen zwar von Deutschlandradio aus dem Interview-Text entfernt, nicht aber aus dem aufgezeichneten Interview (MP3), welches wir via YouTube hier wiedergeben:
Das skandalöse Köhler-Interview über den Einsatz in Afghanistan 

...wie Menschen sich fühlen, die Menschen wissentlich und bewusst in den Krieg geschickt haben, wenn diese im Sarg zurückkehren...
...welche Farben die Flagge eines Landes haben müsste, das sich mitten in einem Angriffskrieg befindet, der gegen das Völkerrecht und jedes moralische Prinzip verstößt...
...was die Verantwortlichen empfinden, wenn sie in den Spiegel schauen und genau wissen, dass ihre Stimme die Entscheidung für den Krieg mitgetragen hat...
...ob in unserem zivilisierten Zeitalter Mütter und Väter ihre Söhne, Frauen ihre Männer, Kinder ihre Väter wirklich immer noch durch Kriege verlieren müssen...
...die Rüstungsindustrie diese Opfer tatsächlich verdient hat...
...ob manch ein junger Mensch vielleicht nur deshalb Soldat geworden ist, weil er auf dem Lehrstellen- und Arbeitsmarkt keine Chance hatte, eine Stelle zu finden, die zum Leben ausgereicht hätte...
..wie es ist, im Kugelhagel zu sterben oder durch einen Sprengsatz zerfetzt zu werden...
...warum draußen die Bäume knospen, die Lämmchen auf den Weiden herumhüpfen und die Sonne kräftig ihr strahlendes Netz über der Natur ausbreitet, während wir uns im Krieg befinden...
...ob sich nicht alle, die die Angeordneten, welche kühlen Blicks für diesen sinnlosen Einsatz gestimmt haben, einst ins Parlament wählten, in das dumpfe Kleid düsterer Scham hüllen müssten...
...warum die Menschen nicht endlich aufwachen und erkennen, was um sie herum passiert.
Es ist Krieg. Menschen sterben. Unser Land, unsere Regierung, unsere Abgeordneten haben diese Tode zu verantworten. Wie viele Opfer wird es noch geben, bis dieser Einsatz endlich beendet wird? Wann ist die Grenze des Erträglichen erreicht? Wann sehen diejenigen, die für uns die Entscheidungen treffen, ein, dass die Grenze des Vertretbaren schon längst überschritten wurde?

Erneut starben vier junge Menschen einen sinnlosen Tod! Sie starben, weil die Abgeordneten des Deutschen Bundestages diese Menschen in den Krieg schickten.
Wann werden die Volksvertreter aus unserem Wahlkreis endlich aktiv? 70% der Bevölkerung wollen den Krieg beenden.
Kreissprecherin Katharina Lindner: "Wie viele Tote sind noch nötig, bevor die MdB´s Brunkenhorst (FDP), Grotelüschen (CDU) und Ortel (SPD) endlich den Abzug unserer Soldaten aus Afghanistan unterstützen. Werte Abgeordnete, hier können Sie Menschenleben retten!"
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Die NATO plant im Sommer 10'000 Soldaten in die südliche Provinz Kandahar für eine Offensive gegen die Taliban zu schicken, einer der grössten im bald 10-jährigen Krieg. [...]
13.04.2010 - Georg Schramm über die Situation in Afghanistan 

Deutschland hat sich aber nicht gegen diesen Krieg entschieden. Weder die CDU, FDP, SPD oder die Grünen noch die Bundesregierung haben ihr politisches Amt dazu verwendet, sich gegen diesen Krieg auszusprechen oder ihn zu verhindern. Vor diesem Hintergrund fällt es uns schwer, dem Verteidigungsminister seine „tiefe Erschütterung“ abzunehmen oder der Bundeskanzlerin ihre Betroffenheit zu glauben. Sicher kann man den Rednern auf der Trauerfeier als Privatpersonen ihre Anteilnahme abnehmen, als Verantwortliche für diesen Krieg jedoch gingen die Regierungsvertreter ein kalkuliertes Risiko ein. Denn dass Menschen im Kampf sterben ist eine logische Folge, wenn Soldaten in den Krieg geschickt werden.
Unsere uneingeschränkte Anteilnahme gehört den Hinterbliebenen der drei Männer, die im Alter von 25, 28 und 35 aus dem Leben gerissen wurden.
Aber wir fragen uns auch, wo die übrigen Verantwortlichen auf der Trauerfeier waren, um den Angehörigen der Opfer in die Augen zu schauen. Bundestagsabgeordnete der Parteien CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen stimmten dafür, dass unsere Soldaten nach Afghanistan in den Krieg geschickt wurden. Hier liegt die Verantwortlichkeit für den gewaltsamen Tod dieser drei jungen Männer und aller anderen, die bereits ihr Leben in Afghanistan lassen mussten. Dass diese Tode sinnlos und unnötig waren – darin liegt die wahre Tragik, die auf der Trauerfeier freilich nicht benannt wurde.
Die nachfolgenden 429 Abgeordneten des Deutschen Bundestages stimmten am 26.02.2010 für die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz in Afghanistan:
aus der Fraktion: CDU/CSU
aus der Fraktion: SPD
aus der Fraktion: FDP
aus der Fraktion: BÜNDNIS`90/DIE GRÜNEN
Quelle: Deutscher Bundestag


Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gestand diesem Einsatz gestern in einer Rede zu, als Krieg bezeichnet zu werden, freilich lediglich „umgangssprachlich“. Die Umgangssprache oder Alltagssprache ist im Gegensatz zur Standardsprache die Sprache, die im täglichen Umgang benutzt wird, so lehren es die Lexika. Sie bringt auf den Punkt, wo geschliffenes Hochdeutsch beschönigend, abmildernd, nichtssagend oder zweideutig daherkommt: Umgangssprachlich sind Menschen ohne festen Wohnsitz Penner, auf Gehwege kackende Hunde Scheißköter und die Magermodels auf den Laufstegen dieser Welt hässliche Bohnenstangen. Denn bezeichnend für die Umgangssprache sind schonungslose Direktheit und etwas, was des Merkel-Clans Liebling nicht ist: Wahrheit. [...]


Kommentar zum Artikel: Taliban drohen Deutschen mit neuen Angriffen [hier klicken], Fokus online, 03.04.2010
siehe Video: Al-Qaida prahlt mit Anschlag (Die Welt v. 01.04.2010)
Wir sind sinnloser Weise in einen eskalierenden Guerilla Krieg verwickelt worden, der noch viele Opfer auf allen Seiten kosten wird. Welche Motive haben die USA wirklich in diesem Krieg, der sich für sie und ihre willigen Verbündeten mehr und mehr zu einem zweiten Vietnam entwickelt ? War das Phantom „AL-Quaida“ lediglich der Türöffner für eine Invasion Afghanistans ? War der 9 / 11 der wahre Grund für die Eroberung des Irak ? Was ist aus dem Versprechen Obama`s geworden diesen Krieg zu beenden ? Es gibt wie immer mehr Fragezeichen als Antworten bei unserem "Hauptverbündeten", außer man sieht deutlich das geostrategische Ziel dieser Kriege, die Gas und [...]

Es ist gerade mal 5 Wochen her, da hat der Deutsche Bundestag über die Fortsetzung der Beteiligung der Bundeswehr an dem Einsatz der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (ISAF) abgestimmt.
Die Linksfraktion wurde jedoch von Bundestagspräsident Lammert wegen des stillen Gedenkens für die Opfer des Bombardements bei Kundus aus dem Planarsaal geworfen (siehe hier).
Den Müttern, Vätern, Söhnen, Töchter, Brüdern, Schwestern und Ehefrauen möchten wir an dieser Stelle unser aufrichtiges Beileid aussprechen.
Die Wahlkreisabgeordneten Angelika Brunkenhorst (FDP), Astrid Grotelüschen (CDU) und Holger Ortel (SPD) stimmten am 26.02.2010 für eine Fortsetzung des Kriegseinsatzes der Bundeswehr. Es bleibt zu hoffen, dass diese Abgeordneten sich über die Osterfeiertage ihrer tragischen Verantwortung bewust werden.

Sehr geehrter Herr Henke,
Sehr geehrte Frau Brunkhorst,
Sehr geehrte Frau Grotelüschen,
Sehr geehrter Herr Oertel,
es ist betrüblich, wie in den Medien und von den gewählten Volksvertretern das heikle Thema Afghanistan behandelt wird. In der Privatwirtschaft hätte man entsprechende Eigenmächtigkeiten eines Firmenangehörigen mit so weiten ökonomischen und rufschädigenden Wirkungen mit der fristlosen Kündigung quittiert.
Eine Diskussion wäre gar nicht von Nöten, wenn sich die Parteien und Parlamentarier nicht über das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hinweggesetzt hätten. Der Angriffskrieg in Afghanistan wird permanent durch Wortgeeiere geschönt. Ein Einsatz der Bundeswehr ausserhalb der Grenzen des Bundesgebietes ist laut Verfassung nicht statthaft oder nur, wenn Parlament und Bundesrat mit 2/3 Mehrheit den „Verteidigungsfall“ festgestellt hat. Dies ist durch den Bundespräsidenten im Bundesgesetzblatt festzustellen. Wie man sieht müssen drei Kontrollgremien unserer parlamentarischen Organe dieses beschliessen. Bis heute ist dies nicht erfolgt und legalisiert diesen „Krieg“ nicht. Auch die eigene Bevölkerung trägt laut neuesten Umfragen das Mandat nicht.
Deshalb, liebe Volksvertreter, haben Sie wieder einmal entgegen Ihres Auftrages des Wählers ge-
handelt. Daher fordern wir Sie auf Ihre Mandate denjenigen zur Vefügung zu stellen, die Willens sind den Wählerauftrag zu erfüllen.
Zu Ihrem Kommentar , Herr Henke , nur einige Sätze : Nehmen Sie Ihren Leserauftrag ernst und handeln Sie nach dem, Ihnen im Grundgesetz verbrieften Recht, die Pressefreiheit auszuüben.
Meinungsmache ist nicht gefragt, sondern journalistische ,unvoreingenommene, wertungsfreie Berichterstattung steht dem Leser zu.
Unsere Partei hat Taktgefühl und wird nie mit dem Andenken der Toten populistische Effekthascherei betreiben. Eine Entschuldigung und geldwerte Wiedergutmachung sehen wir jedoch als menschenverachtendes Verhalten an. „Gewissen ist gefragt“.

Die Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises – Astrid Grotelüschen (CDU), Holger Ortel (SPD) und Angelika Brunkenhorst (FDP) haben wieder mit dem großen Tross der Kriegswilligen gestimmt und müssen jetzt weiter mit dem persönlichen Problem leben, dass jeder tote Soldat und jedes granatenzerfetzte afghanische Kind auch auf ihr Verantwortungskonto geht.


Buchholz unterstreicht in ihrer Rede: Ohne die Unterstützung der NATO-Soldaten wäre die Karsai-Regierung nichts. Militärische Aufstandsbekämpfung und Schutz der Bevölkerung sind unvereinbar. Die Bombardierung der Tanklaster wird nicht die letzte dieser Art bleiben, wenn Sie heute die Verlängerung des Mandats beschließen. Deutschland ist an einem Krieg gegen die einfache Bevölkerung in Afghanistan beteiligt.

Hamburg - Bei dem Bombardement auf die von Taliban entführten Tanklaster am 4. September 2009 waren nach Regierungsangaben 99 Menschen umgekommen, darunter 30 Zivilisten. Andere Quellen schätzen die Zahl der Toten und der Zivilisten unter ihnen noch weit höher ein. Vor dem Angriff hatten die von Bundeswehroberst Klein angeforderten US-Piloten mehrfach Bedenken geäußert und nachgefragt, ob tatsächlich eine "akute Bedrohung" vorliege. [...]

Nach Irak, Afghanistan und Pakistan, geht das Morden aus der Luft im nächsten muslemischen Land weiter. Diese Aufnahmen werden selbstverständlich nicht in den westlichen Medien gezeigt. Die passen nicht zum Image des "Friedensengel" Obama, der diese Angriffe angeordnet hat. [...]

Diese Fotos wurden am Ort des Verbrechens durch die US-Truppen aufgenommen. Sie wurden der Webseite rawa.org durch Unterstützer in Afghanistan zugespielt. Wie man sieht wurde ihnen in den Kopf geschossen, sie waren unbewaffnet und die Ermordung fand in Räumlichkeiten statt. [...]

"Dass die Bundeskanzlerin und ihre Minister offenbar in aller Heimlichkeit eine Ausweitung des Krieges beschlossen haben, ist nicht nur ein Betrug am Bundestag und der deutschen Öffentlichkeit. Die Regierung schickt damit die Bundeswehr in einen Offensivkrieg, für den sich die Soldatinnen und Soldaten jetzt vor Gericht zu verantworten haben, obwohl die politische Verantwortung im Kanzleramt liegt.
Die Bombardierungen von Kundus haben offenbart, dass die Bundeswehr in Afghanistan nichts aufbaut, sondern dort einen Krieg führt. Die Kanzlerin kann ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Entweder hat sie den Strategiewechsel beim Afghanistan-Einsatz gebilligt, es aber dem Bundestag verschwiegen oder sie hat davon keine Kenntnis genommen. Beides wäre gleichermaßen fatal und mit ihrer politischen Verantwortung nicht zu vereinbaren.
Nun muss es darum gehen, diesen Krieg zu beenden, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen und die politisch Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen."

Diese unheimliche Allianz will freie Hand für Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Dabei stören lästige Kontrolleure und Mandate, die den Soldaten das gezielte Töten verbieten. Um diese Beschränkungen zu umgehen, hat man offenbar hinter dem Rücken des Bundestages ganz einfach das Mandat der Truppe erweitert. Das Parlament verlängerte vor Kurzem das ISAF-Mandat, weil es mit deutlichen Einschränkungen versehen ist. Deutsche Soldaten dürfen demnach nur schießen, wenn sie angegriffen werden oder ein Angriff der Aufständischen unmittelbar bevorsteht. Doch insgeheim setzte die Bundeswehr diese Regeln wohl bereits im April dieses Jahres außer Kraft. Die Eskalation im September erfolgte zudem mit Billigung des Kanzleramtes und hoher Regierungsvertreter. So hat man den Bundestag bewusst an der Nase herumgeführt.Deshalb sollte das so hintergangene Parlament nun alles tun, um die Kontrolle über jene Truppenteile wiederzuerlangen, die im Zwielicht der Hindukuschtäler agieren. Die Soldaten in Afghanistan sollten wissen, dass ihnen Bundestagsabgeordnete auf den Finger schauen.

Als Franz Josef Jung, der ungeschickte Ex-Minister für Verteidigung und Arbeit, am 27. November ging, dachte man, die Kundus-Affäre habe ihren Höhepunkt erreicht. Nun folge die rationale Aufklärung, die nüchterne Fehleranalyse, vorangetrieben von CSU-Shootingstar Karl-Theodor zu Guttenberg. Von wegen. Allerspätestens seit diesem Wochenende ist klar: Diese Affäre hat eine Dimension, die am Selbstverständnis dieser Republik rührt. In die Kritik geraten ist nicht nur Vorgehen und die Urteilskraft des 38-jährigen Jungstars zu Guttenberg, sondern Zielsetzung und Qualität des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr insgesamt. Im Raum steht der Vorwurf, die Regierung Merkel habe über die wahre Natur des Einsatzes getäuscht - und zwar in der Kontinuität von rot-schwarzem und schwarz-gelbem Kabinett. Jetzt steckt die Regierung so tief in der Grütze, dass tatsächlich brutalstmögliche Aufklärung erfolgen muss. [...]

Die Ironie des Augenblicks schien offenkundig. Da wurde ein Staatsmann mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, der wenige Tage vor dem feierlichen Akt die Ausweitung des Afghanistan-Krieges durch die Entsendung weiterer 30.000 Soldaten angekündigt hatte. Mancher im Publikum im Rathaus zu Oslo mag in dieser Situation eine Unsicherheit bei Barack Obama erwartet, einen Zipfel Appeasement erhofft haben. [...]

Die Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises – Astrid Grotelüschen (CDU), Holger Ortel (SPD) und Angelika Brunkenhorst (FDP) haben erwartungsgemäß mit dem großen Tross der Kriegswilligen gestimmt und müssen jetzt mit dem persönlichen Problem leben, dass jeder tote Soldat und jedes granatenzerfetzte afghanische Kind auch auf ihr Verantwortungskonto geht.
Die CDU-Abgeordneten Gauweiler, Schindler und Wolfgang Börnsen, 13 SPD-Abgeordnete, 59 Grüne und die gesamte Fraktion der Linken verweigerten ihre Zustimmung. Ihnen allen gebührt Dank dafür, dass sie das mörderische deutsche Abenteuer am Hindukusch – wie die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung – nicht fortsetzen wollen.

Durchhalten bis zur – für das kommende Frühjahr – geplanten internationalen Afghanistan-Konferenz! So lautet offenbar die Strategie der Bundesregierung, die wie andere NATO-Verbündete über einen Ausstieg aus dem Krieg am Hindukusch nachdenkt. Einige, so die Niederlande und Kanada, haben bereits Konsequenzen aus acht Jahren Misserfolg verkündet. Sie ziehen ab.
Durchhalten, die Forderung betrifft vor allem die in Afghanistan stationierten rund 4500 Bundeswehrsoldaten. Denen im umkämpften Kundus versprach der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei seinem Besuch eine komplette Einsatzkompanie als Verstärkung. [...]

Karl-Theodor zu Guttenberg, neuer CSU-Verteidigungsminister, befürwortet eine internationale Afghanistan-Konferenz. Diese müsse "sehr klare Ziele“ und auch klare Zeitvorgaben setzen, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“. „Aus dieser Konferenz heraus wird man dann wahrscheinlich neue Schlüsse ziehen müssen. Aber wir beteiligen uns weiter an diesem Einsatz, und das nicht zu knapp.“ [...]

Gouverneur Omar ist euphorisch an diesem Samstag. In einem weiten, strahlend weißen Gewand sitzt er lässig auf einem der großen Sofas in seinem Gästehaus im nordafghanischen Kunduz. Sehr gerne will er von "einem großen Erfolg" berichten, sagt Omar, "vom ersten richtigen Schlag gegen die Taliban". Endlich habe man dem Feind einmal gezeigt, wie ein Einsatz aussieht. "Wir haben die Taliban eingekesselt und dann fünf Tage bombardiert. Nur diese Sprache verstehen sie." [...]

Der Gegenkandidat Dr. Abdullah Abdullah gab seinen Nichtantritt bekannt und nannte als Grund, die zweiten Wahlen werden vermutlich genau so gefälscht wie die ersten, deshalb wäre es sinnlos anzutreten. Nur wenige Stunden nach dem der Herausforderer Abdullah sich von der Stichwahl zurückzog, hat Obamas Pressesprecher Robert Gibbs die Entscheidung verkündet.
“Präsident Karzai wurde zum Gewinner der afghanischen Wahlen bestimmt und wird die nächste Regierung führen,“ sagte Gibbs, „und so ist er selbstverständlich das legitime Staatsoberhaupt des Landes.“


Es sind Szenen, wie sie sogar Kabul lange nicht mehr erlebt hat. Taliban-Kämpfer stürmen ein unscheinbares, von den Vereinten Nationen genutztes Gasthaus.
Es kommt zu Schusswechseln auf offener Straße, die Militanten feuern zudem Raketen auf das Luxushotel Serena im Herzen der Stadt ab. Mindestens sechs UN-Mitarbeiter, drei Extremisten, zwei Sicherheitskräfte und ein Passant sterben.
Für einige Stunden sind die Straßen leer, die Einwohner trauen sich nicht mehr vor die Tür, wie ein Augenzeuge berichtet. Es sei ein "dramatischer" Vormittag gewesen, sagt Bente Aika Scheller, die das afghanische Büro der Heinrich-Böll-Stiftung leitet und keine Frau ist, die zum Alarmismus neigt.
Normalerweise berichteten vor allem deutsche Online-Medien bei Attacken in Afghanistan in übertriebener Form - in diesem Fall seien die Beiträge aber zu nüchtern ausgefallen.
Die Menschen in Kabul müssten bereits in ständiger Angst leben, aber dieses Mal hätten die Attacken "eine neue Qualität erreicht", sagt auch ein afghanischer Beobachter, der für Westler in der Hauptstadt arbeitet.

Die USA und GB führten zunächst eine Kampagne mit Bombenangriffe und mit Truppen der sogenannten afghanischen Nordallianz. Ab 2002 wurden amerikanische, britische und kanadische Bodentruppen eingesetzt, zusammen mit Streitkräften alliierter Länder wie Australien. Dazu kamen dann später NATO-Truppen unter dem Vorwand es gebe ein Beistands- und Verteidigungsfall gegenüber dem NATO-Mitglied USA, da Amerika am 11. September angeblich angegriffen wurde. Mit dieser absurden Ausrede wurde der "out of area" Einsatz der Bundeswehr begründet.

Erst vor wenigen Tagen hat die Bundeswehr den Probebetrieb des neuen Transportpanzers "Boxer" aufgenommen, der ab dem kommenden Jahr auch in Afghanistan eingesetzt werden kann und den Besatzern eine flexiblere Kriegführung ermöglicht. Die Aufrüstungsbestrebungen gehen mit einer Eskalation der Spannungen auch im deutschen Besatzungsgebiet einher, die inzwischen selbst die afghanischen Parteigänger des Westens entzweien und das Land in totales Chaos zu stürzen drohen. Die USA kündigen zusätzlich an, ihre Drohnenangriffe auf pakistanisches Territorium auszuweiten und eine weitere Stadt unter Beschuss zu nehmen: Quetta in der Provinz Belutschistan. Der zentralasiatische Flächenbrand, der schon innerhalb der afghanischen Grenzen längst nicht mehr zu kontrollieren ist, weitet sich aus. Parallelen zur früheren Kriegführung in Vietnam, Kambodscha und Laos sind offenkundig.

"Der Verbleib der Bundeswehr in Afghanistan trägt zur weiteren Eskalation der Situation dort bei und gefährdet die Soldatinnen und Soldaten, die mit der Lüge vom 'bewaffneten Entwicklungshilfeeinsatz' in das Land geschickt wurden. Ehrenmedaillen und Heldengedenkstätten sind kein geeigneter Ersatz dafür, dass die Bundesregierung Leben und die Gesundheit von Soldatinnen und Soldaten aufs Spiel setzt. Die Besatzung und der Krieg in Afghanistan sind auch verantwortlich für zahllose Tote und Verwundete unter der afghanischen Zivilbevölkerung. Militär kann die Probleme in Afghanistan offensichtlich nicht lösen, es verstärkt sie sogar. Nach einem Abzug der Bundeswehr müssen die frei werdenden Mittel in die zivile Entwicklung Afghanistans investiert werden. Nur so hat das Land die Chance auf eine friedliche Zukunft."

Als die Sonne am Freitag den 4. September im Chardarah Bezirk der Provinz Kunduz im Norden Afghanistans aufging, versammelten sich Dorfbewohner um die verbrannten Trümmer von zwei Tanklaster, welche durch Bomben oder Raketen des NATO-Luftangriff getroffen wurden. Sie wühlten sich ihren Weg durch einen Haufen von fast hundert verkohlten Leichen und verstümmelten Gliedmassen, die mit Asche, Schlamm und den geschmolzenen Kunststoff von Benzinkanistern vermischt war, auf der Suche nach ihren Brüdern, Söhne und Cousins. Sie riefen ihre Namen, erhielten aber keine Antwort. Zu diesem Zeitpunkt waren alle tot.
Was folgte war eine der makabersten Szenen dieses Krieges, oder eines jeden Krieges. Die trauernden Angehörigen begannen um die Reste der Männer und Jugendlichen zu streiten und zu kämpfen, die noch vor wenigen Stunden etwas Benzin abzapfen wollten. Arme Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt, wollten sie etwas Treibstoff für den kommenden langen Winter ergattern. [...]


Während Einheimische noch am selben Tag an einem eilig ausgehobenen Massengrab schweigend auf eingehüllte Leichen herabschauen, kämpfen Dutzende Verletzte in einem Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Kundus um ihr Leben. Die Flure der Klinik sind überfüllt mit Opfern. Viele wurden mit schwersten Brandwunden eingeliefert, bei vielen liegen die Muskeln frei. Die meisten sind so von Schmerzen geplagt, dass sie noch nicht einmal weinen können. [...]

Die herumliegenden Benzinkanister sind ein Indiz für die Richtigkeit dieser Aussage.
Ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums sagte, "zwischen 200 und 250" Dorfbewohner hätten sich um die Laster geschart. Darauf wurden dann Bomben abgeworfen. Daher sei eine "grosse Zahl" von Zivilisten unter den Toten und Verletzten zu befürchten. Im gigantischen Feuerball sind die Menschen bei lebendigem Leib verbrannt. [...]


Die Taliban haben nach Ansicht von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) in Afghanistan nicht Oberwasser gewonnen. Der CDU-Politiker trat damit der Einschätzung des neuen Nato-Befehlshaber der Isaf-Truppen, US-General Stanley McChrystal entgegen, der vor Rekordopferzahlen gewarnt hatte. „Ich will nichts verharmlosen, aber diese Einschätzung teile ich nicht“, sagt Jung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Mittwoch. „Tatsache ist, dass im Norden Afghanistans, wo wir die Verantwortung tragen, zwölf Prozent der Distrikte als kritisch einzustufen sind. Auch in den anderen Landesteilen hat sich die Sicherheitslage verschärft. Das heißt aber nicht, dass die Taliban die Oberhand gewonnen hätten.“ So sei die „Operation Adler“ im Raum Kundus unter Führung der afghanischen Armee erfolgreich gewesen. „Die Taliban wurden dort zurückgeschlagen“, sagte Jung.

Bei der Nato geht es zu wie beim Fernsehkanal Euronews, der die ersten Worte des neuen Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen in alle Welt tragen wollte. Dummerweise funktionierte die Technik nicht, mit deren Hilfe die Rede hätte übertragen werden sollen. Zu hören war stattdessen ein Sprachengewirr aus den Kehlen der Dolmetscher, die das Ereignis für die Zuhörer aus den 28 Mitgliedstaaten aufbereiten sollten. [...]
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Wie der Verwaltungschef des betroffenen Distrikts Char Darah, Abdul Wahid Omarkhel, gestern mitteilte, waren mit Beginn der Operation am 19. Juli zahlreiche radikalislamische Extremisten in Nachbarprovinzen geflohen. Andere Taliban hätten ihre Waffen versteckt und seien in der Bevölkerung untergetaucht. "Nun sind die einen zurückgekehrt, und die anderen haben wieder zu den Waffen gegriffen", so Omarkhel [...]
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Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat die Regeln für die Bundeswehrsoldaten in Auslandseinsätzen angesichts gestiegener Gefahren und Anforderungen neu fassen lassen.
Mit der von Jung nun gebilligten sogenannten Taschenkarte dürfe die Bundeswehr gegen feindliche Personen auch dann mit Waffengewalt vorgehen, wenn diese sich zurückziehen, teilte der CDU-Verteidigungsexperte im Bundestag, Bernd Siebert mit. Bislang durften deutsche Soldaten nicht auf Flüchtende schießen – auch dann nicht, wenn von ihnen nach einem Angriff weitere Attacken zu erwarten waren.

Die Bundeswehr ist mit mehreren hundert Soldaten an einer Offensive im Norden Afghanistans beteiligt. Es ist der bislang größte derartige Einsatz der Deutschen am Hindukusch.

DIE LINKE fordert den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und setzt sich für den zivilen Wiederaufbau ein. Es gibt Alternativen zu diesem Krieg.


„Ich fordere die Bundesregierung auf, die Bundeswehr sofort aus Afghanistan abzuziehen bevor es zu spät ist. Die Bundeswehr wird in unverantwortlicher Weise immer tiefer in einen Krieg verstrickt, der nach Aussage des amerikanischen Präsidenten Barack Obama nicht zu gewinnen ist.
Die Folge dieses Krieges ist eine Erhöhung der Terrorgefahr in Deutschland.“



Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und somit trägt jeder Abgeordnete im Bundestag eine persönliche Verantwortung für unsere Soldaten.
Auch die Abgeortneten in unserem Wahlkreis müssen dieser Verantwortung stellen!
Auch Franz-Josef Holzenkamp (CDU) und Gabriele Groneberg (SPD) im Wahlkreis Cloppenburg - Vechta sind in der Verantwortung, beide stimmten in den namentlichen Abstimmungen jedesmal für die Kriegseinsätze. Aus dem Wahlkreis Oldenburg (Stadt) stimmte Gersine Multhaupt (SPD) für die Kriegseinsätze. Kossendey (CDU) und Dückert (Bündnis 90 / Grüne) nahmen an den Abstimmungen nicht teil.

Ivo Daalder, US-Botschafter bei der Nato, sagte am Mittwoch in Berlin, die Deutschen sollten die zur Verstärkung für die Wahlen am 20. August in Afghanistan vorgesehenen Soldaten nicht wieder abziehen, sondern dauerhaft stationieren.
Deutschland will 600 zusätzliche Soldaten schicken, 200 davon als Wahlverstärkung für einige Monate. "Es gibt im Moment keine andere Position", hieß es dazu aus dem Verteidigungsministerium.
Daalder ließ durchblicken, dass die USA von Berlin auch mehr Geld für den Trust-Fund zum Aufbau der afghanischen Armee erwarten. "50 Millionen Euro von Deutschland sind großartig. Wir brauchen zwei Milliarden Dollar."
Der Afghanistan-Einsatz hat den deutschen Steuerzahler bis Ende 2008 drei Milliarden Euro gekostet. Minister Franz Josef Jung (CDU) rechnet mit einem Ende des Einsatzes "in fünf bis zehn Jahren", wollte dies aber nicht als Abzugstermin verstanden wissen.


Osama Bin Laden starb um den 16. Dezember 2001 herum in Afghanistan, vermutlich an den Nieren- und Leberleiden, dass ihn seit Jahren geplagt hat. Er hatte Hepatitis C und musste deshalb regelmässig ins Spital um eine Dialyse durchführen zu lassen.
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